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Supporters Karlsruhe 1986 e.V.

Die Geschichte der Supporters Karlsruhe 1986 e.V.

1986 – 2009 Eine Geschichte der organisierten KSC-Fans

BNN-Auszug: Neueintragungen ins Vereinsregister
Neueintragungen ins Vereinsregister

Der Anfang war eher schlicht. Mitte der 80er Jahre taten sich einige KSC-Fans zusammen, um ein Fan-Projekt zu gründen, das künftig als Basis und Anlaufpunkt organisierter Fan-Arbeit in Karlsruhe dienen sollte. Auslöser gewesen war eine Diplomarbeit dreier Studenten zum Thema "Fußballfans", mit deren Hilfe man das zur damaligen Zeit völlig brachliegende Gebiet der Betreuung und Strukturierung der Fan-Szene mit Leben füllen wollte.

Zunächst wurde am 12. September 1986 die Interessengemeinschaft Karlsruher Fußballfans e.V. (IG) als gemeinsame Vertretung der Fans gegründet. Ebenso sperrig wie der Name gestaltete sich auch die Akzeptanz dieser Organisation – es fand sich kein öffentlicher Partner dazu bereit, die Trägerschaft eines solchen Fan-Projektes zu übernehmen, so dass sich die IG mit ihren drei Fans und zwei Sozialarbeitern als Vorstand kurzerhand selbst als Träger zur Verfügung stellte.

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Der Neuanfang im Jahr 2000

Im Mai 2000 war der KSC mit dem Abstieg in die drittklassige Regionalliga dann am Tiefpunkt seiner Vereinsgeschichte angekommen – sportlich, wirtschaftlich und ideell hatte der Verein sein Renommé  verspielt und stand vor dem Nichts.

Die Fans kommentierten diesen Niedergang auf ihre Weise. Vor dem letzten Spiel gegen die Stuttgarter Kickers (26. Mai 2000)  kam es zu einem Trauermarsch, der über den Adenauerring in den Wildpark führte und auf dem der "alte" KSC in einem Sarg symbolisch zu Grabe getragen wurde.

Mit der nach diesem Spiel folgenden Wiederauferstehungsfeier (26.5.2000) bildete dieser Tag für die Fanszene und damit auch in der Vereinsgeschichte der IG/Supporters einen markanten Wendepunkt. Anstatt sich der allgemeinen Untergangsstimmung anzuschließen, identifizierte man sich in jenen Tagen wohl gerade noch mehr mit diesem Verein, der durch den Verfall der beispiellosen Hybris der 90er Jahre von seinen Fans geradezu adoptiert wurde. Wohl erstmals seit langer Zeit war der KSC ein wirklicher Verein in unserem Sinne, um den sich jene scharten, denen Kalkül, Status und Geschäftemacherei egal waren.

"Hat man Euch nicht vor uns gewarnt?!"

Folgerichtig geriet das Regionalligajahr 2000/01 zu einer Prozession an Vereinsliebe. Unter dem fast schon arroganten Motto „Hat man Euch nicht vor uns gewarnt!?“ reiste man seiner Mannschaft selbst nach Pfullendorf oder Burghausen hinterher. Diese harte „Tour über die Dörfer“ erneuerte die Fanszene und schweißte sie mehr zusammen als manch großer Europapokalabend unter Winfried Schäfer zuvor. Die Unterschiede begannen zu verschwimmen. Mehr und mehr stellte man in den einzelnen Fan-Clubs Eitelkeiten und Eigeninteresse zurück und ordnete sich dem Ganzen unter. Wichtig und prägend wurde das verbindende Gemeinsame. Die „Gegengerade“ war geboren.

Just in diese Phase hinein fiel auch das Aufblühen der ULTRA – Bewegung (Gründung der Phönix Sons am 1.3.1999) in Karlsruhe. Gerade deren bislang nicht gekanntes Verständnis von kreativem Support begann von nun an den Fanblock zu prägen. Auch bislang nicht organisierte Fans, die zuvor noch eher anonym via Internet kommuniziert und sich dort auch zusammengefunden hatten ("Internetfanclub www", gegründet 9. Dezember 2000) oder eingetragene Vereine wie "Blau-Weiß-Statt-Braun e.V." ("bwsb e.V.", Gründung am 27. Dezember 2000) oder der "NKSC"  als Initiative engagierter KSC-Mitglieder bereicherten die Fan-Szene maßgeblich.

Aktiver Fan statt nur Konsument: die (R)Evolution der Fans

Das Selbstverständnis des Karlsruher Fußballfans wandelte sich also deutlich – "kritische Solidarität" statt "machtloses Zusehen", ja "Mitziehen statt meckern" hieß nun die Parole und war Ausdruck des Eigenverständnisses, sich nicht mehr nur als passiven und machtlosen Zuschauer zu sehen, sondern als kreativen Mitgestalter des Geschehens.

Klar, der sportliche Absturz des KSC und die bald danach beginnende Neufindung der Fan-Szene und ihrer Ansprüche konnten einen von ihren "Regionalsprechern" geprägten, eher unscheinbaren und konturlosen Zusammenschluss wie die IG nicht unberührt lassen. Äußerlich erkennbar gewesen war der rasante Mitgliederschwund (noch zu den Europapokal-Glanzzeiten hatte deren Mitgliederzahl im vierstelligen Bereich gelegen, um anschließend auf  nur noch wenige Hundert zusammenzufallen), während sich intern  Uneinigkeit, Grüppchenbildung oder auch schlichtes Desinteresse Bahn gebrochen hatten.

Letztlich nagten auch und gerade die neuen Gruppen und Organisationsformen der Fan-Szene an dem fragil gewordenen Konstrukt, so dass eine grundlegende Neuausrichtung unausweichlich wurde. Diese geschah im Sommer 2001 gezielt und organisiert wurde vom Vorstand eine neue Satzung erarbeitet, auf deren Basis schnell weitere Konzeptionen folgten.

Die Mitglieder zogen mit, und Schritt für Schritt ging es in die Zukunft. Und diese hieß "Supporters Karlsruhe 1986 e.V."

Neustart im Zeichen des Megaphon

You'll never walk alone

Erster grundlegender Schritt ist die Umbenennung der Interessengemeinschaft (IG) in "Supporters Karlsruhe 1986 e.V." und das damit verbundene neue Logo, ein blauweißes Megaphon. Eine durchgängige Gestaltungslinie wird entwickelt, eine umfangreiche Internetpräsenz aufgebaut, zu jedem Heimspiel erscheint von nun an ein 4-seitiger Supportersflyer, die "Blockschrift", als wichtigstes Informationsmedium innerhalb der Fanszene.

Als Standort der aktiven Fans wird der alte L-Block 2000/2001 unter dem Arbeitstitel "singing area" zurückgeholt. Eine Supporters-Blockfahne trennt diesen Bereich zu den angrenzenden Sitzplätzen ab und zeigt unübersehbar: "Hier sind wir, die Supporters". Der Supporters-Container vor der Gegengerade ist an Spieltagen DER Treffpunkt, unter der Woche ist es das Fanprojekt, wo die vielfältigen Spieltagsaktionen vorbereitet werden. Man genießt eine große Freiheit im Stadion, hat mit wenig bis gar keinen Einschränkungen mehr zu kämpfen. Der Neuanfang nach einer tiefgreifenden Wandlung ist gelungen.

Supporters - mit uns gewinnt Karlsruhe!
Supporters - wir sind mit im Spiel!
Supporters - die Stimme der Fans!

Vollgas: “Deine Stimme macht uns lauter!”

Die Reaktion der Fans kam prompt – die Mitgliederzahl der Supporters zog kräftig an – im Mai zwei Jahre später war man wieder vierstellig auf altem "Bundesliga-Niveau" – und diese neue Stärke ermöglichte dem Dachverband, recht bald einige Ideen umzusetzen. Unter dem keine Frage offen lassenden Slogan "Deine Stimme macht uns lauter" sammelten sich also immer mehr Fans und machten die Neuorganisation zu einem vollen Erfolg.

Mit Verve und Enthusiasmus ging es voran. Und dies nicht nur um sich selbst zu festigen, sondern auch um den in den kommenden Jahren sportlich und wirtschaftlich weiterhin stets am Abgrund wandelnden Verein zu unterstützen.

Eigenständig und kreativ

Zudem ließen erste Erfolge die Gewissheit aufkommen, dass man mit der Gründung der Supporters alles richtig gemacht hatte. Zum für den Klassenerhalt entscheidenden Heimspiel gegen die SpVgg. Greuther Fürth hat man erstmals seit den 90er Jahren wieder tausend Mitglieder, und sind es ein halbes Jahr später schon deren 1100. Zum Erfolg der Supporters trägt auch ein alternatives Fan-Artikel-Angebot bei, das sich auf das Wesentliche reduziert und gegen jegliche modische Trends gestaltet wird. Supporter-T- und Sweat-Shirts, CDs mit Fangesängen, Schals, Pins und auch die  Fanzines werden in Eigenregie produziert und finden in alten und jungen Fans und Mitgliedern ihre Käufer.

Das Konzept, sich bewußt von sportlichem und wirtschaftlichem Vereinserfolg abzukoppeln und dem "Modefan" ein anderes Profil entgegenzusetzen, geht auf und gelingt es der Gegengerade eindrucksvoll, eine ebenso eigenständige, unverwechselbare wie kreative Fan-Kultur im Wildpark zu etablieren.  Der Support ist durchzogen von ebenso aufwendigen wie phantasievollen Choreographien und Liedern, was deutschlandweit Aufmerksamkeit und Respekt erzeugt.

Ein stetes Bangen

Vier Jahre in Folge, von 2002 bis 2005, gelang dem KSC erst in letzter Minute und jeweils unter dramatischen Umständen der Klassenerhalt in der 2. Bundesliga. Auch das jahrelange Bangen um die jeweilige Lizenz für die nächste Spielzeit hielt die Fanszene in Atem. Nein, langweilig wurde es mit diesem Verein gewiß nicht!

Das Ende der Pyramide

Logo-Pur-Button

Der erste große Erfolg der Supporters wurde dann die Wiedereinführung des historischen Vereinswappens im September 2003, das die ungeliebte, 1997 eingeführte "Kommerzpyramide" wieder ablöste.  Geliebt worden war dieses nie, stand es doch für all die Abgehobenheit der neunziger Jahre, die den Verein mehr und mehr von seinen Wurzeln entfernt hatte. Die Kampagne für das alte Wappen startete zum Familientag 2003. "LOGO PUR!" wurde sie genannt und von ehemaligen Spielern Helmut Herrmann, Gunther Metz und Edgar Schmitt ebenso lebhaft wie begeistert unterstützt.

Aus dem Nichts wurden 4.000 Unterschriften gesammelt, Choreos inszeniert und eine leidenschaftliche PR-Aktion durchgezogen. Der letzte, gleichwohl schwerste Schritt, war es dann, die noch immer zaudernde – "was des widder koschded!" Mitgliederversammlung zu überzeugen.

Doch es gelang und zu Beginn der Saison 2004/05 spielte man endlich wieder mit dem einzig wahren Wappen auf der Brust.

"Uns hält keiner mehr auf!"

Traditionstrikot

Doch auch abseits des Stadions werden viele Dinge entschlossen angepackt. So nimmt man sich des kaum mehr existenten Fanartikelverkaufs an und versucht damit, Geld in die leeren Kassen des Klubs zu spülen. In Eigeninitiative wird in der Vorweihnachtszeit des Jahres 2003 kurzerhand über mehrere Wochen ein Ladenlokal gemietet und ein provisorischer Fan-Shop eingerichtet, in dem man sich vor allem der "Altlasten" der "Pyramiden-Logo-Zeit" entledigen  und damit noch etwas Geld verdienen will. Freiwillige Helfer aus der Fan-Szene übernehmen die Schichten und machen die außergewöhnliche Unternehmung zu einem vollen Erfolg.

Weitere Aktionen folgen, die von der Energie der damaligen Monate zeugen: "Ausverkauft statt Ausverkauf!", "Blauweißes Bähnle", "Uns hält keiner mehr auf!", "Schlossparklauf", ein Weihnachtsmarktstand, Bluttypisierungen, Beteiligung beim "Festival der Guten Taten" – die Supporters sind zur Visitenkarte eines besseren, eines sympathischen KSC geworden. Dies kommt auch beim KSC-Freundeskreis gut an, der bei der finanziellen Unterstützung der KSC-Fans nun auch nicht mehr auf der Seite stehen möchte.

Ultraschall 104,8

Eine gelungene Überraschung wird schließlich die Herausgabe eines an die 50er Jahre und damit an die größten Erfolge des KSC erinnernden Traditionstrikots aus reiner Baumwolle. Tradition verpflichtet eben…

Ultras(chall) auf Sendung! In den Jahren 2002-2004 wurden in Eigenregie (in Kooperation mit QUERFUNK) ca. 30 Sendungen “Ultraschall” produziert und ausgestrahlt.

Niederlagen bleiben nicht aus

Engländerplatz Karlsruhe - Fankulturerbe

Aber man muss auch Rückschläge hinnehmen. So geht der Kampf um den Erhalt des Engländerplatzes, an der Moltkestraße bei der FH und direkt am „alten Fan-Projekt“ gelegen, trotz aller Bemühungen verloren. Die neue Mensa der Fachhochschule wird dortgebaut. Und noch heute fragt man sich, ob es wirklich sein mußte, Karlsruhes ersten und noch erhaltenen(!) Bolz- und Fußballplatz zu zerstören. Denn immerhin hatten von hier Karlsruhes einzige Gewinne der Deutschen Fußballmeisterschaft (1909 Phönix, 1910 Karlsruher FV) ihren Ausgang genommen. Seit 2004 erinnert ein Gedenkstein an eine der Wiegen des Fußballs in Deutschland.

Literaturhinweise zum Engländerplatz

  1. KICKER-Sonderheft "Deutschlands Fußball-Meister", 2.Band, Berlin 1941, ISBN 3-928562-08-8
  2. "Der Mann, der den Fußball nach Deutschland brachte", Bernd-M.Beyer, Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2003, ISBN 3-89533-408-1
  3. Blick in die Geschichte Nr.27, "Die Anfänge des Fußballsports in Karlsruhe",    Karlsruher stadthistorische  Beiträge, Erich Beyer 1995

Typisch KSC

Typisch KSC

Im Jahr 2005 wird dem Verein erneut in einem Bereich geholfen, der eigentlich selbstverständlich in dessen Fokus stehen sollte – der Mitgliederwerbung. Gemeinsam mit dem Vereinsrat wird die Kampagne "Typisch KSC" aus der Taufe gehoben, um neue Vereinsmitglieder gewinnen zu können. Wind und Wetter können nicht verhindern, dass eine Handvoll Enthusiasten zu Heimspielen aktiv wird und die Zuschauer anspricht. Allerdings wird im Verlaufe der Aktion auch erkennbar, dass Management und Präsidium angesichts des sich  langsam einstellenden sportlichen Erfolgs nicht mehr ganz so begeistert vom Engagement der Freiwilligen sind. Zäh, wenn überhaupt, werden Unterstützungsmittel wie Flyer oder Plakate gestellt und müssen sich die Mitgliederwerber unerwünscht vorkommen – ein Vorgeschmack  dessen, was noch folgen sollte.

Zwanzig Jahre Supporters

20 Jahre Supporters Karlsruhe 1986 e.V.

Am Ende der erfolgreichen  Spielzeit 2005/06, die den KSC erstmals seit dem Wiederaufstieg in den Dunstkreis der Aufstiegskandidaten geführt hat und am Saisonschluss einen beachtlichen 6. Rang beschert, dürfen die Supporters dann im Wildpark ihr zwanzigjähriges Jubiläum feiern. Schade ist allerdings der mäßige Besuch, zu dem auch Unstimmigkeiten mit der lokalen Presse beitragen. So entspinnt Harald Linder im "Kurier" eine Kampagne gegen die Fans, da diese den zu 1860 München wechselnden Danny Schwarz bedroht haben sollen. Worte werden gewechselt und am Ende schweigt sich das Blatt mit der größten Verbreitung im Raum Karlsruhe beleidigt über das Fest der Supporters aus.

So schnell konnte es also gehen, dass der Wind sich dreht. Somit markiert der Sommer 2006 wohl auch den Höhepunkt der öffentlichen Reputation der Supporters. Als unabhängige Interessenvertretung und Stimme der Fans wird man im Verein und dessen Umfeld, bei den Gönnern und Sponsoren, aber auch der Presse wahr- und ernstgenommen und gelingt es, in Zeiten der Fußballkommerzialisierung eine lebendige, vereinsunabhängige Fankultur zu verteidigen. Dieses Selbstverständnis äußert sich auch in der Übergabe eines Positionspapiers an den Verein (später auch an die Stadt) zum angestrebten Stadionumbau, das die Fan-Interessen formuliert, realistische Vorschläge unterbreitet und entsprechende Berücksichtigung erfahren soll.

Viel wird getan

Keine Frage – Stand 2006 übernehmen die Supporters viele Aufgaben der Fanbetreuung, denen der KSC aufgrund von Geld- und Personalmangel nicht nachkommen kann. So die Organisation von Fanbussen und Sonderzügen, um die Mannschaft auch auswärts unterstützen zu können. Und auch die Fans finden ausreichend Platz, um sich zu verwirklichen. Das neue Fanprojekt in der Mainestraße (in der Nordweststadt, mit eigenem Supporters-Büro) sind nur ein äußeres Zeichen dieser Möglichkeiten und Angebote. Drei Ultrazines („Phönix aus der Asche“/PS’99, „Fanomenal“/RF’02, „KAmasultra“/AF’03) sind Ausdruck einer lebendigen, aktiven Fanszene.

Getrauert werden muß am Ende des Jahres allerdings dennoch, als Dominik Moser bei einem tragischen Arbeitsunfall sein Leben verliert. In zahlreichen Solidaritätsaktionen geben die Supporters dessen trauernder Familie einen Halt und begründen die „Moser rockt“-Tradition.

Rückkehr in die Bundesliga

Während der KSC auf dem Platz unbeirrbar seine Bahn in Richtung Bundesliga zieht, lassen auch die Supporters nicht nach. So manifestieren sich die Mitspracheforderungen bezüglich Stadionumbau in einer Unterschriftenaktion für ausreichend Stehplätze in der neuen Heimstatt des KSC – sei es im Wildpark oder an einem neuen Standort. Rund 17.000 Unterschriften werden gesammelt und an Bürgermeister Harald Denecken übergeben!

Das "Aufstiegsspiel" gegen die SpVgg Unterhaching im Mai 2007 bildet dann den Höhepunkt einer ganz besonderen Aktion. Schon die ganze Runde wurden Jugendmannschaften aus der weitere Region zu den Spielen eingeladen und diese kamen auch gerne. So konnten viele junge Fans von der besonderen Stimmung im Wildpark angesteckt werden.

An diesem Tag waren es 32 junge Fußballer aus dem Odenwald - eine Region, die die Supporters nicht kampflos aufgeben wollen.

Man glaubt es kaum, doch es ist wahr...der KSC ist wieder da!
Neun Jahre war'n 'ne lange Zeit...bescherten uns so manches Leid.
Und trotzdem war'n wir überall...und sorgten stets für viel Krawall.
Wir sind zurück im Oberhaus...und treten jetzt die Schwaben raus.
Stuttgart, zieh die Laufschuh an...Karlsruh' kommt mit alle Mann.
Zum Ende nun von diesem Chor ...PEITSCHEN WIR KARLSUHE VOR!!!
(Nach oben springen) Allez-Alez-allehoh!

Bundesliga!?

Bei aller Freude über die Bundesliga, und besonders den gelungenen Start in die Saison 2007/08, häufen sich nun doch die Probleme. Zunehmend gereizter (z.B. Stadionverbote) reagieren die Vereinsverantwortlichen , wenn es um die Belange der Supporters und vor allem der Ultras geht . Auch häufen sich die Tumulte bei Auswärtsspielen. Skandalöse Behandlungen und Schikanen (in Bochum) gegenüber KSC-Fans in fremden Stadien, sowie eine gefährliche Verselbständigung von Teilen der Fans (in Stuttgart) trüben das Verhältnis zum Verein und zu den Medien zunehmend ein. Auch die heimischen Umgangsformen von Polizei und Sicherheitspersonal ändern sich zum Schlechten (gegen Köln). Was bleibt ist Verdruss, der die Freude über die Mannschaftsleistungen eintrübt.

Auch in der Saison 2008/09 werden die Probleme nicht kleiner. Im Gegenteil – die engagierte und öffentliche Beschäftigung der Supporters mit den negativen Vorgängen in Mannschaft und Gesamtverein läßt die Situation eskalieren, da die Verantwortungsträger des Vereins erkennen müssen, dass die Gegengerade nicht aus passiven und unkritischem Jubelvolk besteht. Ein offener Brief, die vehementen Forderungen nach personellen Konsequenzen auf allen Ebenen (Trainer, Management, Präsidium) und eine zunehmende Verrohung von Teilen der Fans (Pokalspiel gegen Wehen) führen zur offenen Konfrontation auf beiden Seiten. Am Ende stehen nach nur zwei Spielzeiten der sechste Abstieg aus der Bundesliga und ein sehr belastetes, nahezu zerrüttetes Verhältnis zwischen den Supporters und den Verantwortungsträgern des KSC.

Die Karlsruher Fanszene in der deutschen Presse (Auszüge)

Mit der Aktion "Logo pur – mehr nicht!" betrieben die Supporters einen beispiellosen PR – Kampf und schafften es schließlich, die  Mitgliederversammlung des KSC von ihrer "Herzensangelegenheit" zu überzeugen. Die klassische badische Revolution von unten also : Zur Saison 2004/05 wird das alte blauweisse KSC - Logo wieder eingeführt.

11 Freunde Nr. 32, März 2004

"Die wollen unsere Stimmung, aber nicht unseren Widerspruch!" - In Deutschlands Fußballstadien bestimmen zunehmend Ultras das Geschehen in der Kurve. Eine ihrer Hochburgen ist Karlsruhe.

TAZ – Artikel 19.2.2004, Seite 13

Eine gerade Kurve auf drei Säulen
Die Führungsrolle unter den Anhängern des KSC ist auf viele Köpfe und viele Organe verteilt. Trotzdem funktioniert die Fanszene, denn das Credo lautet: Kooperation statt Kleinkrieg.

Stadionwelt Nr. 9, April 2005

Fußballfans zwischen Kultur und Kommerz, (ersch. 2004)
Heute gehören beide (die KSC Ultras und die Ultras Frankfurt, die Red) zu den größten und stilbildenden Ultragruppen in Deutschland...

Ballbesitz ist Diebstahl

Mit dem Ludwig – Marum -Preis zeichnet die Karlsruher SPD am Freitag, 5.November, den Verein "Blau- Weiß statt Braun"  aus und würdigt damit dessen beständiges und erfolgreiches Engagement gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit im Wildparkstadion.

BNN 2.11.2004

Als die Faninitiative PRO 15.30 schwächelte, hauchten sie ihr unter neuen Namen PRO FANS (Kein Kick ohne Fans!) neues Leben ein: Die Fans des Karlsruher SC. Seither hat die Vertretung ureigener Faninteressen auch bundesweit wieder eine wahrnehmbare Stimme. Was beweist, das die besten Ideen bisweilen aus der Provinz kommen.  Aus Karlsruhe eben.

11 Freunde FQ – Award 2004

...Die Supporters sind weit mehr als Zuschauer mit einer Dauerkarte. Sie sind eine politische Bewegung. Mittlerweile entscheiden sie im Verwaltungsrat und im Vereinsrat mit. Sie betreiben Basisdemokratie.

....Rückblickend, sagt Beck, sei die Regionalligasaison aber so etwas wie die Wiedergeburt gewesen. »Je schwächer der Verein wird, desto enger rücken die Leute zusammen, die es ernst mit ihm meinen.«....

11 Freunde Mai 2007